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Eine Arbeitssituation

Reto arbeitet in einem Heim für Menschen mit Behinderung. In der Teamsitzung erteilt ihm die Gruppenleiterin den Auftrag, den Mittwochnachmittag mit der Gruppe zu gestalten. Letzte Woche war Reto mit seinen Mitarbeitenden und der gesamten Gruppe im Zoo. Die Klientin Anita Kerner hatte damals lauthals protestiert, weil sie keine Lust hatte, schon wieder in den Zoo zu gehen. Aus diesem Grund beschliesst Reto, Anita Kerner diesmal in die Planung einzubeziehen. Die Klientin ist eine aufgeweckte Person mit einer geistigen Behinderung. Er liest im Gruppentagebuch die Notizen seiner Arbeitskollegen, um sich ein Bild darüber zu machen, ob er weitere Punkte bei der Planung der Nachmittagsgestaltung berücksichtigen muss. Reto geht dann zu Anita Kerner ins Zimmer und fragt sie nach Ausflugsmöglichkeiten für den Mittwochnachmittag. Da sie sehr undeutlich spricht, hört er ganz genau zu und nimmt sich viel Zeit fürs Gespräch. Anita Kerner berichtet zuerst über ihre neue Hose, welche sie gestern von ihren Eltern bekommen habe. Reto bewundert die neue Hose und lenkt dann das Gespräch wieder auf die Planung des Nachmittags. Und tatsächlich: Anita Kerner hat viele Ideen, zum Beispiel eine Schifffahrt auf dem Thunersee, ein Spaziergang im nahe gelegenen Wald oder ein Besuch des Restaurants "Waldruh". Reto überlegt, welche Idee sich am besten mit der ganzen Gruppe umsetzen lässt und entscheidet zusammen mit Anita Kerner, dass sie der Gruppe den Besuch des Restaurants "Waldruh" vorschlagen.

Reto notiert sein Vorgehen und die geplante Nachmittagsgestaltung im Gruppentagebuch und trägt für den Mittwochnachmittag in der Gruppenagenda den Restaurantbesuch ein.

In der Teamsitzung in der kommenden Woche berichtet Reto über die Ideenfindung zusammen mit Anita Kerner und den Gruppenausflug. Er erzählt zudem, wie es Frau Kerner in den letzten Tagen erging und teilt den anderen Teammitgliedern seine Beobachtungen und Einschätzungen mit. Er setzt seine Beobachtungen auch in Bezug zu früheren Beobachtungen und erklärt, dass es ihm für die zukünftige Betreuung wichtig erscheint, Anita Kerner frühzeitig in die Planung von Gruppenaktivitäten einzubeziehen.

Weitere Anforderungen

  • Emotionale Belastbarkeit (für schwierige Betreuungssituationen)
  • Hohe Konzentration und Ausdauer (viele zu betreuende Personen bei knappem Personalbestand)
  • Flexibilität bzgl. Arbeitszeiten (Schicht- und Wochenenddienste)
  • Offenes Zugehen auf andere
  • Freude am intensiven Kontakt, Einfühlungsvermögen
  • Ausgeprägte Teamfähigkeit
  • Interkulturelle Kompetenzen
  • Ausgeprägte Integrität
  • Reflexionsfähigkeit

Besonderheiten

  • Für diesen Beruf gibt es 4 Fachrichtungen (Behindertenbetreuung, Betagtenbetreuung, Kinderbetreuung, generalistische Ausbildung), in denen spezifische Anforderungen gestellt werden.