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Eine Arbeitssituation

Zu Beginn des Arbeitstages überprüft Murielle die ihr zugeteilte Behandlungskabine auf Ordnung und Hygiene und bereitet die sterilen Instrumente und Einwegabdeckungen vor. Murielle studiert die Anamnesekarte der ersten Patientin genau. Daraus entnimmt sie, dass die Patientin seit mehreren Jahren nicht mehr in der Praxis behandelt wurde. Dann holt sie die Patientin aus dem Warteraum. Sie fragt nach dem aktuellen Gesundheitszustand und erkundigt sich nach Änderungen der Medikamenteneinnahme. Murielle hört der Patientin, die sich über Schmerzen im Grosszehennagelfalz und an der Fusssohle beklagt, genau zu.

Murielle untersucht die Füsse der Patientin auf Probleme und Schmerzen. Während der podologischen Behandlung (Nägel schneiden, Behandlung der Nagelfälze, Hornhaut entfernen) stellt sie im Grosszehennagelfalz eine Verhornung fest. Im Gespräch mit der Patientin erfährt sie zudem, warum diese die vorhandenen Einlagen nicht getragen hat. Murielle bittet ihre Berufsbildnerin, die bisherige Behandlung zu kontrollieren. Murielle schildert ihr dabei ihre Beobachtungen und schlägt eine Therapie mit der Spangentechnik am Grosszehennagel vor. Sie erklärt, weshalb sie diese Therapie für geeignet hält. Ihre Berufsbildnerin bestätigt, dass die Therapie angemessen ist. Murielle erklärt der Patientin deshalb den genauen Therapieverlauf beim Einsatz einer Nagelspange. Aufmerksam hört Murielle der Berufsbildnerin zu, als diese der Patientin eine Einlagekontrolle beim Schuhorthopäden empfiehlt. Nach Absprache mit ihrer Berufsbildnerin verbindet Murielle dann die nötigen Stellen mit den richtigen Materialien.

Murielle beendet die Behandlung mit einer kurzen Fussmassage. Die gebrauchten Instrumente bringt sie auf den vorgeschriebenen Sterilisationsweg. Sie nimmt die nötigen Desinfektionen an Stühlen und Tisch vor, gefolgt von einer gründlichen Händehygiene. Im weiteren Gespräch mit der Patientin erfährt sie, dass es der Patientin in den nächsten Wochen nicht möglich ist, die Praxis für die Spangentherapie aufzusuchen, da ihr Mann vor einer schweren Herzoperation steht. Murielle vereinbart mit der Patientin einen Termin in vier Wochen und erinnert sie daran, dass sie sich bei vorgängigen Beschwerden melden soll. Freundlich und mit guten Wünschen verabschiedet sie sich von ihr. In der Anamnesekarte dokumentiert sie die ausgeführten Arbeiten und die neu begonnene Therapie.

Weitere Anforderungen

  • Ausgeprägte feinmotorische Fähigkeiten (für die Arbeit mit Fräser, Skalpell etc.)
  • Keine Sehbehinderung, die nicht mit Brille korrigiert werden kann
  • Körperliche Gesundheit (Belastung des Rückens)
  • Emotionale Belastbarkeit
  • Schnelles oder nicht beeinflussbares Arbeitstempo
  • Hohe Konzentration und Ausdauer
  • Ausgeprägte Kreativität und Problemlösefähigkeit
  • Flexibilität bzgl. Arbeitsorten (Spitäler, Altersheime, Hausbesuche)
  • Flexibilität bzgl. Arbeitszeiten
  • Offenes Zugehen auf andere
  • Freude am intensiven Kontakt, Einfühlsvermögen (speziell auch für ältere Menschen)
  • Ausgeprägte Teamfähigkeit

Besonderheiten

  • Die Ausbildung unterscheidet sich in den Sprachregionen: In der Deutschschweiz findet sie im dualen Bildungssystem, in der Französischen Schweiz Vollzeit an der Schule statt.