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Eine Arbeitssituation

Sonja erhält von ihrem Berufsbildner den Auftrag, für einen Kunden (Zahnarzt) eine Zahnkrone herzustellen. Sie liest den schriftlichen Arbeitsauftrag sorgfältig durch, kontrolliert die Unterlagen auf Vollständigkeit und entnimmt ihnen alle wichtigen Informationen. Zudem desinfiziert sie die vom Zahnarzt gelieferten Abdrücke. Als erstes wird sie anhand der gelieferten Abdrücke ein Gipsmodell des Gebisses erstellen. Hierzu giesst sie die Abdrücke des Ober/- und des Unterkiefers mit Gips aus, den sie im richtigen Verhältnis angemischt hat. Nach einer halben Stunde kann Sonja die Gipsmodelle mithilfe einer Schleifmaschine genau bearbeiten. Sie stellt die Ober/- und die Unterkiefermodelle zusammen und gipst die Modelle lagerichtig in einen Kausimulator ein. Nachdem der Berufsbildner die Modelle kontrolliert und für die weitere Arbeit freigegeben hat, analysiert Sonja zusammen mit ihm die Ausgangslage und wählt das richtige Material und das Verfahren für die Herstellung der Zahnkrone aus. Sonja hält dazu Rücksprache mit dem Zahnarzt und kann dann für die Herstellung dieses Zahnersatzes eine computerunterstützte Technologie (CAD/CAM*) verwenden.

Zuerst modelliert Sonja den reduzierten Zahn mit Hilfe von Wachs wieder auf. Dazu muss sie sich genau an der Form und der Grösse der Nachbarzähne orientieren. Nachdem sie den Zahn in der richtigen Grösse fertig modelliert hat, kontrolliert sie die Bewegungen und Kontakte im Kausimulator. Danach legt Sonja das Modell und die modellierte Wachskrone in einen CAD Scanner und macht davon digitale Aufnahmen. Sonja bereitet die digitalen Rohdaten mit einer CAD Software auf, damit sie die Krone anschliessend mit einer CAM-Fräsmaschine schleifen kann. Die Krone wird nun in der CAD-Fräsmaschine aus einem Keramikblock herausgeschliffen. Nachdem die Krone fertig geschliffen ist, nimmt Sonja die Krone aus der CAM-Maschine heraus und passt sie auf dem präparierten Zahn wieder an. Kleine Korrekturen nimmt sie mit rotierenden Fräsen und Polierern vor. Sonja überprüft die Krone nochmals bezüglich Form, Grösse, Passung und Funktion.

Dann macht sich Sonja daran, die vom Zahnarzt ausgesuchte Zahnfarbe nachzuahmen. Mit Hilfe von verschiedenen Keramikfarben wird die Krone nach dem Vorbild eines natürlichen Zahnes eingefärbt und bei mehreren Brennprozessen in einem Keramikofen gesintert und glasiert. Sonja überprüft nun die der natürlichen Farbgebung angepasste Krone und vergleicht sie nochmals mit dem Vorbild. Dann gibt sie die Krone ihrem Berufsbildner zur Endkontrolle. Sonja schildert ihm nochmals ihr Vorgehen Schritt für Schritt und gemeinsam besprechen sie das Ergebnis. Nachdem der Berufsbildner ihr eine positive Rückmeldung gegeben hat, packt Sonja die von ihr hergestellte Krone zum Versand an den Zahnarzt ein. Sie freut sich, konnte sie doch für einen Patienten eine individuelle Zahnkrone selber herstellen.

*CAD/CAM-Maschine = Computer-Aided Design/Computer-Aided Manufacturing Machine

Weitere Anforderungen

  • Ausgeprägte feinmotorische Fähigkeiten
  • Normale Farbsichtigkeit (für das Unterscheiden von Zahnfarben)
  • Keine Allergien/Unverträglichkeiten gegen Kunststoff, Säuren und Feinstaub
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Gute Organisation und Zeitmanagement
  • Schnelles oder nicht beeinflussbares Arbeitstempo (Einhalten von Terminvorgaben)
  • Hohe Konzentration und Ausdauer
  • Fähigkeit, verschiedene Dinge gleichzeitig zu
  • bearbeiten
  • Offenes Zugehen auf andere (Patientenkontakt zu späterem Zeitpunkt möglich)
  • Freude am intensiven Kontakt, Empathie
  • Ausgeprägte Teamfähigkeit

Besonderheiten

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