Navigation der Anforderungsprofile.ch Webseite

Eine Arbeitssituation

Katrin erhält von ihrem Berufsbildner den schriftlichen Auftrag, den Neubau "Waldwiese" ans elektrische Verteilnetz anzuschliessen. Sie liest den Auftrag aufmerksam durch und hört den Erklärungen des Berufsbildners genau zu. Darauf informiert sie ihren Arbeitskollegen, mit dem sie zusammenarbeiten wird, über den Auftrag. Katrin erstellt eine Materialliste und bezieht dieses dann aus dem Magazin. Sie verlädt das Material auf das Baustellenfahrzeug. Zusammen mit ihrem Arbeitskollegen macht sie sich auf den Weg zum beschriebenen Neubau "Waldwiese".

Als erstes müssen Katrin und ihr Kollege die Rohranlage kalibrieren. So können sie sicherstellen, dass die Rohranlage sauber ist und keine Deformationen aufweist. Mit einer Einzugssonde ziehen sie eine Zugschnur in die Rohranlage ein. Daran befestigen sie das elektrische Netzkabel und ziehen es ein. An der Neubaufassade der "Waldwiese" ist bereits ein Aussenkasten montiert. In diesen montieren Katrin und ihr Arbeitskollege den Hausanschlusskasten auf eine vorbereitete Trägerschiene. Als nächstes bereiten sie das Kabelende für den Hausanschluss vor. Sie schneiden die Isolationsschichten am Kabel sorgfältig auf und isolieren sie ab. Katrin und ihr Kollege kontrollieren, ob die vorgeschriebenen Distanzen und Prozesse eingehalten wurden. Sie schliessen nun die Kabelleiter an den vorgegebenen Anschlussklemmen an und ziehen diese fest.

Nun bereiten sie das andere Kabelende vor, welches an die Kabelverteilkabine anzuschliessen ist. Katrin und ihr Arbeitskollege besprechen das mögliche Vorgehen, weil die Kabelverteilkabine bereits in Betrieb steht und die danebenstehenden Abgänge bereits unter elektrischer Spannung stehen. Sie entscheiden sich für die Arbeitsmethode "Arbeiten in der Nähe von Spannung" und nehmen die dazu erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen vor. Sie isolieren das Kabelende (wie bereits beim Hausanschluss), stecken eine Schrumpfendkappe auf und schrumpfen diese mit einem Heissluftföhn warm. An der Rückwand fixiert Katrin das Kabel mit Schnellverlegern. Jetzt messen sie jeden Leiter einzeln ab, montieren darauf einen Kabelschuh und pressen diesen mittels Kabelpresszange auf. Die Leiter schrauben sie mit einem Drehmomentschlüssel an die vorhandenen Anschlüsse an.

Zum Schluss montiert Katrin die Abdeckungen, welche vor einem Kontakt mit den stromführenden Teilen schützen. Katrin nimmt dazu ihre Schutzausrüstung (PSA) und Messgeräte und begibt sich zum Hausanschluss, um diesen zu kontrollieren. Währenddessen legt ihr Kollege die Sicherungen auf dem neuen Kabelabgang ein und setzt diesen unter Spannung. Katrin zieht sich die PSA über und führt zusammen mit ihrem Kollegen die vorgeschriebenen Messungen gemäss Checkliste durch. Ihr Arbeitskollege trägt die gemessenen Werte in das Prüfprotokoll ein. Aufgrund der gemessenen Werte beurteilen sie die Ausführung als in Ordnung. Somit können die Abdeckungen im Hausanschlusskasten und der Deckel montiert werden. Der Hausanschluss ist nun fertig erstellt. Den neuen Kabelabgang in der Verteilkabine beschriftet Katrin zum Abschluss noch. Sie misst die neue Kabelanlage mittels Messband aus und trägt sie auf dem Plan ein. Bereits klingelt das Mobiltelefon. Katrin und ihr Kollege werden dringend zu einer Störungsbehebung aufgeboten. Sie räumen ihren Arbeitsplatz beim Neubau "Waldwiese" auf und fahren auf schnellstem Weg zum neuen Einsatzort.

Weitere Anforderungen

  • Ausgeprägte grobmotorische Fähigkeiten
  • Normale Farbsichtigkeit (elektrische Leitungen sind mit bestimmten Farben markiert)
  • Hohe Konzentration und Ausdauer (Berufsleute steigen oft auf Strom- oder Fahrleitungsmasten. Manchmal arbeiten sie dutzende Meter über dem Boden)
  • Gute Gesundheit, um bei unterschiedlichen Temperaturen und Wetterverhältnissen arbeiten zu können (Die Arbeiten finden meistens draussen statt und sind fast immer dringend. Verschiebungen liegen nicht drin - auch wenn das Wetter unfreundlich ist.)
  • Hohe Konzentration und Ausdauer (Fehler beim Arbeiten am Stromnetz, an Fahrleitungen und an Telekommunikationsleitungen bedeuten ein Sicherheitsrisiko, beeinträchtigen das alltägliche Leben und sind schwierig zu beheben.)
  • Ausgeprägte Kreativität und Problemlösefähigkeit (Die Technik in elektrischen Netzen sowie Fahrleitungs- und Telekommunikationsanlagen ist komplex. Die Berufsleute müssen den Umgang mit diesen Anlagen sicher beherrschen.)
  • Flexibilität bzgl. Arbeitsort
  • Flexibilität bzgl. Arbeitszeiten
  • Offenes Zugehen auf andere (häufige Kundenkontakte)
  • Ausgeprägte Teamfähigkeit (Netzelektriker/innen arbeiten praktisch nie allein. Bei ihren verantwortungsvollen Aufgaben müssen sie sich aufeinander verlassen können.)

Besonderheiten

  • Für diesen Beruf gibt es 3 verschiedene Schwerpunkte (Energie, Telekommunikation, Fahrleitung), in denen spezifische Anforderungen gestellt werden.