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Eine Arbeitssituation

Heute wird Severin zusammen mit seinem Berufsbildner die Pferde eines Kunden beschlagen. Severin entnimmt der Kundenkartei die Hufeisengrösse und weitere wichtige Informationen. Die Freibergerpferde des Kunden werden regelmässig für Gesellschaftsfahrten eingesetzt und benötigen Eisen, welche mit Hartauftrag verschleissresistenter gemacht werden. Severin bereitet die Hufeisen sowie sein Werkzeug vor und begibt sich mit seinem Berufsbildner zum Stall des Kunden. Dort richtet er den Beschlagplatz ein und überprüft ihn auf gefährliche Gegenstände. Dann holt er den ersten Freiberger Rico aus seiner Boxe. Beim Aufhalftern sowie der Reinigung der Hufe beobachtet Severin das Ohrenspiel und die Aufmerksamkeit von Rico genau. Dann führt der Besitzer das Pferd auf dem Hofplatz vor. Severin beobachtet das Pferd im Schritt von ihm weggehend und auf ihn zukommend, um die Vorführbewegungen zu kontrollieren. Dasselbe macht er auch im Trab, damit er allfällige Streifbewegungen oder Lahmheiten erkennen kann. Severin stellt bei Rico einen engen Gang fest und wird nebst einer Korrektur beim Ausschneiden auch die Hufeisen an der inneren Kante stärker schleifen, um eine Verletzung zu verhindern.

Dann macht Severin sich an das Entfernen der alten Eisen. Konzentriert schneidet er das nachgewachsene Horn ab und beraspelt die Hufe für das Aufrichten der neuen Hufeisen. Mit dem Besitzer, der ihn unterstützt, bespricht er die kommenden Einsätze von Rico. Bevor er den letzten Huf bearbeitet, legt er die vorbereiteten Hufeisen in den Gasofen. Severin hat sich die Hufformen gut eingeprägt und beginnt nun, das heisse linke Hinterhufeisen entsprechend dieser Hufform auf dem Amboss zu richten. Noch im warmen Zustand kontrolliert er die Form und Garnitur auf dem Huf. Er korrigiert die etwas weite Form am Amboss und überprüft erneut die Passform auf dem Huf. Auch die restlichen Hufeisen richtet er nach seinem Augenmass. Sein Berufsbildner überprüft die Passform der aufgerichteten Hufeisen. Er ist mit der Arbeit zufrieden und Severin erfährt von ihm, wie er die Arbeit mit exaktem Schleifen noch optimieren kann. Severin setzt das Besprochene um und kann nun die Hufeisen aufnageln. Er wählt die richtige Nagelgrösse aus und beginnt, die Zehennägel zu schlagen. Um ein Verrutschen des Hufeisens zu verhindern, zeigt Severin dem Besitzer, wie er das Hufeisen halten soll. Die Nagelhöhe und die Nagelrichtung bestimmt er durch genaues Beobachten der Hufwand. Abschliessend vernietet und verputzt Severin den Beschlag. Beim Ausschneiden der Hinterhufe hat Severin den Beginn von Strahlfäule* festgestellt. Um diesen Prozess zu unterbinden, desinfiziert Severin den Strahl an den betroffenen Hufen mit einem dafür vorgesehenen Mittel, informiert den Besitzer über den Befund und erklärt, dass er eine vermehrte Kontrolle und Pflege der Hufe für notwendig hält. Der Besitzer führt Rico erneut im Schritt und im Trab vor und Severin kontrolliert die erledigte Arbeit in der Bewegung. Während der Besitzer das nächste Pferd holt, macht Severin Ordnung und erfasst die gemachte Arbeit im Beschlagsprotokoll.

*eine bakterielle Erkrankung des Hufes

Weitere Anforderungen

  • Ausgeprägte grobmotorische Fähigkeiten (für das Schmieden) und feinmotorische Fähigkeiten (für Detailarbeiten am Pferd)
  • Normale Farbsichtigkeit (zur Beurteilung der Hitze des gewärmten Hufeisens)
  • Keine Allergien gegen Pferdehaare und Heustaub
  • Hohe Anforderungen an Kraft, Ausdauer und Kondition
  • Gute Gesundheit, um bei unterschiedlichen Temperaturen und Wetterverhältnissen arbeiten zu können (Arbeitsort ist mehrheitlich draussen)
  • Hohe Konzentration und Ausdauer für die Arbeit am Tier
  • Freude am intensiven Kontakt, Einfühlungsvermögen
  • Ausgeprägte Teamfähigkeit (Arbeit im kleinen Team)

Besonderheiten

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