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Eine Arbeitssituation

Stefan arbeitet als Maschinenführer an einem Klebebinder* und erhält von seinem Fachvorgesetzten und dem Abteilungsleiter den Auftrag, 15´000 Broschüren zu fertigen. Er bespricht den Auftrag mit ihm und dem zweiten Maschinenführer, mit dem er zusammenarbeiten wird. Sie lesen gemeinsam die elektronische Lauftasche, die wichtige Informationen zum Auftrag enthält, und bestimmen aufgrund dieser Angaben die richtige Klebstoffart. Zudem berechnet Stefan, wie viele Mitarbeiter benötigt werden und mit welcher Laufgeschwindigkeit gearbeitet werden muss, damit der Auftrag in der vorgegebenen Zeit produziert werden kann.

Stefan und sein Arbeitskollege kümmern sich als nächstes um diverse Vorbereitungen und richten den Klebebinder unter Aufsicht des Fachvorgesetzten ein. Sie teilen sich die Einrichtungsaufgaben, damit möglichst schnell mit der Produktion begonnen werden kann. Stefan gibt via Touchscreen alle notwendigen Masse ein, bestimmt die Leimauftragsmenge, die Rill-Breite am Rücken und gibt den Druck der Anpressstation ein. Nach dem Einrichten werden die ersten Broschüren produziert. Stefan überprüft die ersten Exemplare auf Korrektheit. Er stellt keine Mängel fest. Bevor die eigentliche Produktion beginnt, legt er seinem Fachvorgesetzten und dem Abteilungsleiter ein Referenzmuster vor. Der Abteilungsleiter gibt die Produktion frei.

Stefan instruiert die an der Produktion beteiligten Mitarbeiter über ihre Melde- und Kontrollpflichten. Nun kann die Produktion langsam beginnen. Die Laufgeschwindigkeit wird dann stetig bis zu einer Geschwindigkeit von 5´000 Exemplaren pro Stunde gesteigert. Stefan und seine Arbeitskollegen überwachen die Produktion laufend und kontrollieren die Qualität fortlaufend. Gemäss einem Stichprobenplan separieren sie Muster und überprüfen diese.

Nachdem die Produktion abgeschlossen ist, nehmen Stefan und seine Mitarbeiter alle notwendigen Wartungs- und Aufräumarbeiten vor. Auf der elektronischen Lauftasche hält er dann wichtige Angaben für den Abrechnungsprozess wie Produktionsmenge, Produktionsbeginn und -ende, Klebstoffart und -menge sowie das benötigte Verpackungsmaterial fest.

*eine Maschine, mit der die Seiten im Rücken zu einem Block verleimt werden

Weitere Anforderungen

  • Ausgeprägte grobmotorische Fähigkeiten (z.B. zum Paletten bewegen, Klebstoff einfüllen)
  • Ausgeprägte feinmotorische Fähigkeiten (z.B. für Feinadjustierungen an komplexen Anlagen)
  • Normale Farbsichtigkeit
  • Besondere Anforderungen an den Gehörsinn (z. B. zum Erkennen von Reibungen/Scheuern des Produktionsgutes bei laufender Produktion mit hoher Geschwindigkeit)
  • Keine Allergien/Unverträglichkeiten gegen Papierstaub
  • Ausgeprägtes Verständnis für zusammengehängte Anlagen mit zusätzlichen Aggregaten (für das Überwachen von komplexen Anlagen)
  • Emotionale Belastbarkeit (für das Überwachen von vielen Mitarbeitern)
  • Schnelles oder nicht beeinflussbares Arbeitstempo (Maschinentakte und Geschwindigkeit werden vorgegeben)
  • Hohe Konzentration und Ausdauer (Monotonieresistenz)
  • Ausgeprägte Kreativität und Problemlösefähigkeit
  • Flexibilität bzgl. Arbeitsort (Einsatz an vielen verschiedenen Aggregaten und Maschinengruppen)
  • Flexibilität bzgl. Arbeitszeiten (unregelmässige Arbeitszeiten)
  • Offenes Zugehen auf andere (sprachliche Schwierigkeiten können durch das Wiederholenlassen und das Einholen von Bestätigungen überbrückt werden)
  • Freude am intensiven Kontakt, Einfühlungsvermögen (Fähigkeiten und Grenzen der Mitarbeiter erkennen)
  • Ausgeprägte Teamfähigkeit (bei gewissen Arbeiten werden auch temporäre Mitarbeiter eingesetzt, die speziell eingeführt, angeleitet und überwacht werden müssen)
  • Interkulturelle Kompetenzen (Mitarbeiter aus vielen verschiedenen Kulturen)

Besonderheiten

  • Für diesen Beruf gibt es 4 Fachrichtungen (Bindetechnologie, Buchbinderei, Versandtechnologie, Druckausrüstung), in denen spezifische Anforderungen gestellt werden.